Beschreibung
IGF-1 LR3
Rekombinantes Analogon des humanen insulinähnlichen Wachstumsfaktors 1 mit N-terminaler Verlängerung und Arg3-Substitution für die In-vitro-Forschung zur IGF-1R-Aktivierung, Mitogenese, Proteinsynthese und PI3K/Akt/mTOR-Signalübertragung
Überblick und Wirkmechanismus (In Vitro)
IGF-1 LR3 (Long Arg3 Insulin-like Growth Factor-1) ist ein synthetisches rekombinantes Polypeptid aus 83 Aminosäuren. Es zeichnet sich durch den Austausch von Glutaminsäure gegen Arginin an Position 3 (Glu3→Arg3) sowie eine 13 Aminosäuren lange N-terminale Peptidverlängerung aus. Diese Strukturmodifikationen reduzieren die Bindungsaffinität zu hemmenden IGF-Bindungsproteinen (IGFBPs) drastisch, wodurch eine hohe Konzentration des freien Peptids am Rezeptor verfügbar bleibt und die biologische Halbwertszeit in Kulturmedien signifikant verlängert wird. In der Zellbiologie, Gewebezüchtung und Onkologieforschung dient es als Referenzmodell zur Untersuchung anaboler Signalkaskaden:
- Hohe Bioverfügbarkeit und IGFBP-Resistenz: Stark verminderte Affinität zu den Bindungsproteinen IGFBP-1 bis IGFBP-6 verhindert die vorzeitige Inaktivierung und ermöglicht eine kontinuierliche Rezeptoraktivierung.
- Aktivierung des IGF-1R-Rezeptors: Bindung an die Rezeptor-Tyrosinkinase IGF-1R stimuliert deren Autophosphorylierung und rekrutiert die Signaltransduktoren IRS-1 und IRS-2.
- Stimulation der PI3K / Akt / mTOR-Kaskade: Auslösung starker anaboler Signale, die zur Phosphorylierung der p70S6-Kinase, Steigerung der mRNA-Translation, beschleunigten De-novo-Proteinsynthese und Hemmung des Ubiquitin-Proteasom-Abbaus führen.
- Förderung der Proliferation über MAPK / ERK: Unterstützung des Übergangs von der G1- in die S-Phase des Zellzyklus, Induktion der Myoblastenproliferation und Suppression pro-apoptotischer Signalwege in In-vitro-Zellkulturen.
Technische und chemische Spezifikationen
- Klassifikation: Forschungspeptid / Langwirksames IGF-1-Analogon (Long Arg3-IGF-1)
- Aminosäuresequenz: Rekombinantes Polypeptid aus 83 Aminosäuren mit 3 intramolekularen Disulfidbrücken
- Form: Steriles lyophilisiertes weißes Pulver (Lyophilisat)
- Komponentenidentifikation: Mittels Massenspektrometrie (MS) und analytischer HPLC verifiziert
- Empfohlenes Rekonstitutionsmedium: Sterile 10mM–100mM Essigsäurelösung, steriles bakteriostatisches Wasser oder phosphatgepufferte Kochsalzlösung (PBS)
- Lagerungsbedingungen: Langfristig bei -20 °C trocken und lichtgeschützt lagern. Nach der Rekonstitution bei 2–8 °C im Laborkühlschrank gemäß Standardprotokollen aufbewahren.
Wissenschaftliche Literatur & Referenzen
- Francis, G. L., et al. Novel recombinant analogues of insulin-like growth factor-1 (IGF-1) with altered affinities for IGF-binding proteins. Biochemical Journal, 1992.
- Tomas, F. M., et al. Greater potency of IGF-I analogues than IGF-I in catabolic states is associated with altered binding to IGF-binding proteins. Journal of Endocrinology, 1995.
- Clemmons, D. R. Role of insulin-like growth factor binding proteins in controlling IGF actions in target cells. Endocrine Reviews, 1997.
- Ballard, F. J., et al. Biological actions and structural characteristics of Long Arg3-IGF-1 in cell culture and experimental systems. Regulatory Peptides, 1996.
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