Beschreibung
NAD+
Synthetisches Dinukleotid-Coenzym für die In-vitro-Forschung zu Zellstoffwechsel, Redox-Gleichgewicht und enzymatischer Sirtuin-Signalübertragung
Überblick und Wirkmechanismus (In Vitro)
NAD+ (β-Nicotinamidadenindinukleotid) ist ein essenzielles zelluläres Coenzym, bestehend aus zwei über eine Pyrophosphatbindung verknüpften Nukleotiden. In der biochemischen, molekularen und zellulären Forschung dient es als primärer Elektronenakzeptor in Redoxreaktionen und als unverzichtbares Kosubstrat für spezialisierte Enzymfamilien:
- Coenzymfunktion in Redox-Kaskaden: Untersuchung des Elektronentransports in der Glykolyse, dem Citratzyklus (TCA) und der mitochondrialen oxidativen Phosphorylierung durch den reversiblen Übergang zwischen der oxidierten (NAD+) und reduzierten (NADH) Form.
- Aktivierung der Sirtuin-Enzymklasse (SIRT1–SIRT7): Verfolgung der NAD+-abhängigen Deacylierung und Deacetylierung von Histon- und Nichthiston-Proteinen mit Einfluss auf die epigenetische Transkription und mitochondriale Biogenese in Zellmodellen.
- PARP-Aktivität (Poly-ADP-Ribose-Polymerasen): Erforschung von DNA-Doppelstrangbruch-Reparaturkaskaden und zellulären Antworten auf genotoxischen Stress, bei denen NAD+ als ADP-Ribose-Donor fungiert.
Aufgrund seiner chemischen Beschaffenheit reagiert das Molekül im lyophilisierten Zustand empfindlich auf Feuchtigkeit und erhöhte Temperaturen, was im experimentellen Versuchsaufbau eine strikte Kontrolle von pH-Wert und Temperatur erfordert, um eine spontane Hydrolyse der Pyrophosphatbindung zu verhindern.
Technische und chemische Spezifikationen
- Klassifikation: Biochemische Forschungssubstanz / Coenzym (Dinukleotid)
- Chemischer Name: β-Nicotinamidadenindinukleotid (oxidierte Form)
- Form: Steriles lyophilisiertes weißes Pulver (Lyophilisat)
- Molekulargewichtsbestimmung: Mittels Massenspektrometrie (MS) verifiziert
- Empfohlenes Rekonstitutionsmedium: Steriles bakteriostatisches Wasser, steriles Reinstwasser oder Kochsalzlösung (neutraler bis leicht saurer pH-Bereich empfohlen)
- Lagerungsbedingungen: Langfristig bei -20 °C trocken und lichtgeschützt lagern. Nach der Rekonstitution bei 2–8 °C kühlen und gemäß experimentellem Prüfprotokoll verwenden.
Wissenschaftliche Literatur & Referenzen
- Canto, C., et al. NAD+ metabolism and the control of energy homeostasis: A balancing act between mitochondria and the nucleus. Cell Metabolism, 2015.
- Imai, S., & Guarente, L. NAD+ and sirtuins in aging and disease: Molecular mechanisms and cellular pathways. Trends in Cell Biology, 2014.
- Verdin, E. NAD+ in aging, metabolism, and neurodegeneration: Molecular biology of cellular energy signaling. Science, 2015.
- Rajman, L., et al. Therapeutic and experimental potential of NAD-boosting molecules: In vitro biochemical insights. Cell Metabolism, 2018.
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