Beschreibung
L-Glutathion (GSH)
Bioaktives reduziertes intrazelluläres Tripeptid (γ-L-Glutamyl-L-Cysteinylglycin) für die In-vitro-Forschung zur zellulären Redox-Homöostase, Neutralisierung reaktiver Sauerstoffspezies (ROS), Phase-II-Entgiftungskaskaden und mitochondrialen Membranintegrität
Überblick und Wirkmechanismus (In Vitro)
L-Glutathion (in reduzierter Form als GSH bezeichnet) ist ein natives intrazelluläres Tripeptid mit der Sequenz (γ-L-Glu-L-Cys-Gly), charakterisiert durch eine atypische γ-Peptidbindung zwischen der Aminogruppe von Cystein und der Seitenketten-Carboxylgruppe der Glutaminsäure. Diese Bindung verleiht dem Peptid eine hohe Stabilität gegenüber intrazellulären Peptidasen. Die freie Thiolgruppe (-SH) am Cysteinrest fungiert als primärer Elektronendonor des zellulären Redox-Systems. In der zellulären Toxikologie, Bioenergetik und Immunologieforschung dient es als Referenzstandard zur Untersuchung von Antioxidationsprozessen:
- Aufrechterhaltung des zellulären Redox-Gleichgewichts (GSH/GSSG-Verhältnis): Direkte Pufferung des Redox-Status im Zytosol und in der mitochondrialen Matrix zum Schutz von Lipiden, Proteinen und Nukleinsäuren vor oxidativer Schädigung.
- Kofaktor enzymatischer Antioxidationskaskaden: Essenzielles Substrat für die Glutathionperoxidase (GPx) zur Reduktion von Wasserstoffperoxid und Lipidhydroperoxiden; das entstehende Glutathiondisulfid (GSSG) wird unter NADPH-Verbrauch durch die Glutathionreduktase (GR) regeneriert.
- Phase-II-Biotransformationsreaktionen (GST-System): Konjugation elektrophiler Xenobiotika und zytotoxischer Stoffwechselintermediate durch Glutathion-S-Transferasen (GST) in In-vitro-Zellmodellen.
- Mitochondrialer Schutz und Apoptoseregulation: Schutz von Cardiolipin in der inneren mitochondrialen Membran vor Lipidperoxidation, Stabilisierung des Membranpotenzials (ΔΨm) und Dämpfung stressinduzierter Kaspasenaktivierungen.
Technische und chemische Spezifikationen
- Klassifikation: Forschungspeptid / Natives reduziertes Antioxidans (γ-Glu-Cys-Gly)
- Chemische Bezeichnung: γ-L-Glutamyl-L-cysteinylglycin (reduzierte Form / GSH)
- Form: Steriles weißes kristallines / lyophilisiertes Pulver
- Komponentenidentifikation: Mittels Massenspektrometrie (MS) und analytischer HPLC verifiziert
- Empfohlenes Rekonstitutionsmedium: Steriles sauerstofffreies (deoxygeniertes) Wasser, steriles bakteriostatisches Wasser oder steriles PBS (pH 7,2–7,4)
- Lagerungsbedingungen: Langfristig bei -20 °C trocken und lichtgeschützt lagern. Nach der Rekonstitution neigt GSH in Lösung zur allmählichen spontanen Oxidation zu GSSG; Arbeitslösungen sollten unmittelbar vor Versuchen frisch angesetzt oder kurzzeitig bei 2–8 °C unter Inertgas gelagert werden.
Wissenschaftliche Literatur & Referenzen
- Meister, A., & Anderson, M. E. Glutathione. Annual Review of Biochemistry, 1983.
- Forman, H. J., et al. Glutathione: Overview of its protective roles, measurement, and biosynthesis. Molecular Aspects of Medicine, 2009.
- Marí, M., et al. Mitochondrial glutathione, a key survival antioxidant. Antioxidants & Redox Signaling, 2009.
- Franco, R., et al. The central role of glutathione in the pathophysiology of human diseases and cell death pathways. Archives of Physiology and Biochemistry, 2007.
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