Beschreibung
Adamax
Synthetisches bifunktionell modifiziertes Semax-Peptidanalogon (N-Acetyl-Semax-Adamantylamid) für die In-vitro-Forschung zur TrkB-Rezeptor-Aktivierung, BDNF- und NGF-Expressionsmodulation, Synaptogenese und neurotrophen Signalübertragung
Überblick und Wirkmechanismus (In Vitro)
Adamax ist ein hochentwickeltes synthetisches Derivat des Neuropeptids Semax (ein ACTH 4–10-Fragment gekoppelt an ein C-terminales Pro-Gly-Pro-Tripeptid), modifiziert durch eine N-terminale Acetylierung (Ac) und eine terminale C-terminale Adamantylgruppe (Adamantan-1-ylamid). Diese doppelte Funktionalisierung steigert die Lipophilie, die Biomembrangängigkeit und vor allem die Stabilität gegenüber Endopeptidasen und Carboxypeptidasen in Labormedien signifikant. In der zellulären Neurobiologie, molekularen Neuropharmakologie und Gewebezüchtung dient es als hochpotentes Referenzmodell zur Untersuchung neurokognitiver und regenerativer Signalwege:
- Ausgeprägte Induktion neurotropher Faktoren (BDNF & NGF): Signifikante Steigerung der Transkription und Translation von BDNF und NGF in primären kortikalen und hippocampalen Neuronen.
- Aktivierung der TrkB / MAPK / PI3K-Akt-Achse: Erhöhte Phosphorylierung der Rezeptor-Tyrosinkinase TrkB und Aktivierung nachgeschalteter Kaskaden, die für das neuronale Überleben, die synaptische Plastizität und die Langzeitpotenzierung (LTP) verantwortlich sind.
- Modulation monoaminerger Signalsysteme: Untersuchung von Synthese- und Freisetzungsmustern von Dopamin und Serotonin in neurochemischen Zellmodellen ohne suchtfördernde Signalwege.
- Mitochondrialer Schutz und Dämpfung von Exzitotoxizität: Reduktion von oxidativem Stress und Schutz vor Glutamat-induziertem Zelltod (NMDA-Exzitotoxizität) unter simulierten ischämischen Bedingungen in vitro.
Technische und chemische Spezifikationen
- Klassifikation: Forschungspeptid / Doppelt modifiziertes stabilisiertes Semax-Analogon
- Struktur und chemische Bezeichnung: Ac-Met-Glu-His-Phe-Pro-Gly-Pro-Adamantylamid (Ac-Semax-Adamantan)
- Form: Steriles lyophilisiertes weißes bis cremefarbenes Pulver (Lyophilisat)
- Komponentenidentifikation: Mittels Massenspektrometrie (MS) und analytischer HPLC verifiziert
- Empfohlenes Rekonstitutionsprotokoll (Adamantyl-Modifikation): Aufgrund der lipophilen C-terminalen Adamantylgruppe erfordert das Lösen sorgfältiges Vorgehen. Empfohlen wird steriles bakteriostatisches Wasser oder phosphatgepufferte Kochsalzlösung (PBS); bei verzögerter Lösung kann schwach angesäuertes steriles Wasser (0,1 % Essigsäurewasser / acetic acid water) verwendet werden. Das Lyophilisat ohne starkes Schütteln passiv hydratisieren lassen.
- Lagerungsbedingungen: Langfristig bei -20 °C trocken und lichtgeschützt lagern. Nach der Rekonstitution bei 2–8 °C im Laborkühlschrank gemäß Standardprotokollen aufbewahren.
Wissenschaftliche Literatur & Referenzen
- Ashmarin, I. P., et al. Semax and its extended C-terminal peptide derivatives: Neurotrophic effects and mechanisms of action. Neurochemical Journal, 2005.
- Dolotov, O. V., et al. The synthetic peptide Semax and its analogues stimulate the expression of BDNF and its TrkB receptor in rat brain and cell cultures. Journal of Neurochemistry, 2006.
- Grivennikov, I. A., et al. Influence of ACTH-like peptide analogues on nerve growth factor and differentiation markers in primary neuronal lineages. Molecular and Cellular Neuroscience, 2008.
- Tsvetkov, D. E., et al. Structure-activity relationships and enzymatic stability of adamantane-containing bioactive peptide analogues. Bioorganic & Medicinal Chemistry Letters, 2012.
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