Beschreibung
Melanotan II
Synthetisches zyklisches α-MSH-Analogon für die In-vitro-Forschung zur nicht-selektiven Aktivierung von Melanocortin-Rezeptor-Subtypen (MC1R, MC3R, MC4R, MC5R)
Überblick und Wirkmechanismus (In Vitro)
Melanotan II (MT-II) ist ein synthetisches zyklisches Heptapeptid mit der Sequenz Ac-Nle-cyclo[Asp-His-D-Phe-Arg-Trp-Lys]-NH2, abgeleitet vom nativen Alpha-Melanozyten-stimulierenden Hormon (α-MSH). In der biochemischen, neuroendokrinen und pharmakologischen Forschung dient es als Referenz-Pan-Agonist zur Untersuchung der breitbandigen Stimulation des Melanocortin-Rezeptorsystems:
- Nicht-selektives Bindungsprofil an MC-Rezeptoren: Hohe Affinität zu mehreren Gs-Protein-gekoppelten Rezeptorsubtypen:
- MC1R: Stimulation der Melanogenese und der intrazellulären cAMP-Akkumulation in epidermalen Melanozytenkulturen.
- MC3R & MC4R: Bindung an zentrale Rezeptormodelle zur Steuerung des metabolischen Gleichgewichts und neuroendokriner Signalwege.
- MC5R: Modulation exokriner und sebozytärer Signalwege in Hautmodellen.
- Zyklische Lactam-Stabilisierung: Die intramolekulare Seitenketten-Zyklisierung zwischen Asparaginsäure (Asp) und Lysin (Lys) verleiht dem Peptid eine rigide Raumstruktur und außergewöhnliche Resistenz gegenüber proteolytischem Abbau im Vergleich zu linearen Peptiden.
- Intrazelluläre Signaltransduktion: Aktivierung der Adenylatzyklase, Erhöhung der intrazellulären cAMP-Spiegel und Stimulation der PKA / CREB / MITF-Kaskade in kultivierten Zellsystemen.
Technische und chemische Spezifikationen
- Klassifikation: Forschungspeptid (Zyklisch) / Nicht-selektiver Melanocortin-Rezeptor-Agonist (MC1R, MC3R, MC4R, MC5R)
- Aminosäuresequenz: Ac-Nle-cyclo[Asp-His-D-Phe-Arg-Trp-Lys]-NH2
- Form: Steriles lyophilisiertes weißes Pulver (Lyophilisat)
- Molekulargewichtsbestimmung: Mittels Massenspektrometrie (MS) verifiziert
- Empfohlenes Rekonstitutionsmedium: Steriles bakteriostatisches Wasser oder phosphatgepufferte Kochsalzlösung (PBS)
- Lagerungsbedingungen: Langfristig bei -20 °C trocken und lichtgeschützt lagern. Nach der Rekonstitution bei 2–8 °C kühlen und gemäß experimentellem Prüfprotokoll verwenden.
Wissenschaftliche Literatur & Referenzen
- Al-Obeidi, F., et al. Design, synthesis, and biological activities of a very potent and cyclic alpha-melanotropin analog: Melanotan-II. Journal of Medicinal Chemistry, 1989.
- Hadley, M. E., et al. Discovery and development of the melanocortin receptor superagonists: Historical perspectives and in vitro dynamics. Peptides, 2005.
- Dorr, R. T., et al. Evaluation of Melanotan-II in cellular melanogenesis and central receptor signaling models. Life Sciences, 1996.
- Wikberg, J. E., et al. New aspects on the melanocortins and their receptors: Pharmacological characterization of cyclic analogs. Pharmacological Research, 2000.
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